Aktuelles

Wo trifft Gott unsere Kinder? Christliche Erziehung in säkularer Welt

Der Uni-Hörsaal war gut gefüllt: Lehrkräfte, Eltern, kirchliche Mitarbeiter/innen, Erzieherinnen, selber noch spürbar religiös sozialisiert –  selten sind so verschiedene Akteur/innen religiöser Bildung und Erziehung an einem Ort miteinander im Gespräch, das durch die in beträchtlicher Zahl auch anwesenden kleinen „Subjekte“ dieser Bildungs- und Erziehungsprozesse, nämlich die (überwiegend kleinen) Kinder, auf gute Weise geerdet wurde. Spürbar war die Sorge vieler, dass die Kinder und vor allem Jugendlichen, für die sie Verantwortung tragen, ihnen in religiöser Hinsicht „entgleiten“, entsprechend groß die Nachfrage, was die gegenwärtige Religionspädagogik dem entgegenzusetzen hat. Dass Religion als eigener „Weltzugang“ seine Berechtigung neben anderen Zugängen, besonders dem der Naturwissenschaften hat, und dass  dies auch vonseiten der (säkularen) Pädagogik keineswegs bestritten wird, stieß auf großes Interesse, teilweise sogar auf Erstaunen. Das gleiche galt für die Einsicht, dass Kinder und Jugendliche nicht Objekte der religiösen Belehrung oder Vermittlung sind, sondern sich nur das aneignen können, was für sie Plausibilität hat, sich unter der Bedingung aber auch bereitwillig auf Prozesse des Theologisierens einlassen. Beeindruckend für mich war die Offenheit, mit der einige Teilnehmerinnen von ihren persönlichen Erfahrungen erzählten, eindrucksvoll auch die vielen Bemühungen und gelungenen Beispiele aus Elternhaus, Schule und Gemeinde. Deswegen lohnte es sich, beim Katholikentag dabei zu sein!

Prof. Dr. Sabine Pemsel-Maier, Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Zurück